Im Osten suchen Maschinenbauer neue Verbündete

Nach einer längeren Schwächephase steht der deutsche Maschinenbau wieder sehr gut da. Durch einen sich abzeichnenden Handelskrieg mit den USA und dem Brexit ziehen aber gleichzeitig einige dunkle Wolken am Himmel auf. Gemessen an den Beschäftigtenzahlen und Betrieben, sieht man sich in der Industriebranche Deutschlands und Baden-Württembergs bereits nach neuen Partnern um, um diesem Problem entgegenzuwirken. Besonders Asien rückt immer stärker in den Vordergrund. Der Fokus liegt auf dem Fernost Dietrich Birk, der Geschäftsführer des Maschinenbauverbands VDMA gibt im Frühjahrsgespräch mit dem SÜDKURIER bekannt, dass die Japaner großes Interesse an einer stärkeren Zusammenarbeit mit der EU und speziell Deutschland haben. Derzeit öffnet sich das Land und sucht Partner für Kooperationen im Industriebereich. Besonders interessant ist zur Zeit der Maschinenbau, der in Japan und Deutschland gleichermaßen ein industrielles Rückgrat der Wirtschaft ist. In dieser Branche arbeiten bundesweit aktuelle mehr als eine Millionen Menschen. Alleine im Bundesland Baden-Württemberg arbeiten rund 315.000 Beschäftigte im Maschinenbau. In den meisten Betrieben werden Tunnelvortriebsmaschine, Pressen für die Autoindustrie, Fräsen, Mikro Optiken sowie Laser für die Chip Branche hergestellt. Viele Firmen gehen unter dem Druck der internationalen Verwerfungen und einer immer stärker werdenden aggressiven Handelspolitik der USA konkret auf dem Weltmarkt auf die Suche nach Alternativen zu den etablierten Partnern. Das hat zur Folge, dass Deutschland und Japan, die derzeit noch als härteste Konkurrenten gelten, im weltweiten Maschinenbau Geschäft nach vielen Jahren wieder enger zusammen. Ausblick auf die Konjunktur Der Maschinenbau tritt nach der großen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie einer schnellen Aufholjagd bis 2011, seit rund einem halben Jahrzehnt etwas auf der Stelle. Erst 2017 wurde eine Verbesserung und deutliche Belebung des Geschäfts verzeichnet. Der Geschäftsführer Dietrich Birk gibt bekannt, dass das letzte Jahr für den Maschinenbau in Baden-Württemberg ein sehr gutes Jahr war. Man geht aufgrund der Grundlage der bisher erzielten Zahlen davon aus, dass beim Umsatz die 80 Milliarden-Euro-Marke bereits geknackt wurde. Im Vorjahr lagen die Zahlen noch bei rund 76 Milliarden Euro. 2017 kletterten alleine die Exporte um circa 8%. Somit konnte ein Export Umsatz von rund 41,3 Milliarden Euro erzielt werden. Birk sagt weiterhin, dass knapp 10.000 Arbeitsplätze neu aufgebaut wurden. Somit arbeiten bis zum Jahresende rund 315.000 Beschäftigte im Südwest-Maschinenbau. Er geht davon aus, dass auch 2018 die Lage bei den Firmen im Land sehr gut aussieht, da die Auftragsbücher voll sind und die Werke am oberen Ende der Wohlfühlzone ausgelastet sind. Verlagerung der Firmen Die Attraktivität einer Produktionsstandorte leidet aus Sicht einiger Maschinenbauer. Aber wo liegt das Problem? Die Kostenposition einiger inländischer Betriebe wurden durch mehrere Faktoren geschwächt. Aus diesem Grund stehen die Verlagerungen von Betriebsteilen und Beschaffungen außerhalb von Deutschland bei einigen Betrieben wieder mehr im Fokus. Einer der Gründe ist der aktuelle Tarifabschluss im Metallbereich und die Rückkehr zu einer paritätischen Finanzierung im Bereich der Krankenversicherung. Als Standortalternative rückt der Osten Deutschlands und Osteuropa in den Mittelpunkt. Hier sind die Stückkosten niedriger.


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